Das Naturschutzgebiet Steinau

Topographie

Die Steinau ist ein Bach auf dem Gebiet des Amtes Nusse im Kreis Herzogtum Lauenburg. Er entsteht durch den Zusammenfluss des Duvenseebaches mit dem Ritzerauer Mühlbach und dem Ausfluss des Ritzerauer Sees (Wohldbek) südlich des Ritzerauer Hofsees. Sie durchfließt das Dorf Nusse in einem mit hohen Ufern eingefassten und von Gärten gesäumten Graben und nimmt hier die gereinigten Abwässer der Ortskläranlage auf. Erst mehrere hundert Meter hinter dem Nusser Ortsausgang bekommt der Bach seinen natürlich mäandernden Lauf zurück und durchfließt bei Mannhagen ein hügeliges Endmoränental (Tunneltal). Die Hänge auf der Nordseite des Baches fallen steil, mit bis zu 20% Gefälle zum Bach hin ab. Hier prallt der Bach auch nahezu rechtwinklig auf den steilen Hang einer Endmoräne und verursacht bedeutende Erdabbrüche.

Steinau ...
Steinau

In Mannhagen weitet sich das Steinautal wieder, so dass der Bach hier bei Hochwasser die Möglichkeit nutzt, über seine Ufer zu treten. Hinter dem Ortsausgang von Mannhagen erweitert sich das Steinaubett zu einem Mühlenteich, der jedoch im Laufe der Jahre immer weiter verlandet ist.

Elritze
Elritze

Dreistacheliger Stichling
Dreistacheliger Stichling

Von hier wurde bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts das Mühlrad der Mannhagener Mühle mit Wasser versorgt. Sie war eine von drei Mühlen, die seit dem Mittelalter am Stei- nau-Lauf nachgewiesen wer- den können. Inzwischen ist die Mühle dem Verfall preisge- geben und das Steinauwasser stürzt mit erheblichem Getöse ungenutzt über ein fast 2 Meter hohes Wehr in einen malerischen Kolk, der im Frühjahr von Schlüsselblumen und Busch- windröschen ge- säumt ist.

Bevor die Steinau ca. einen Kilometer weiter bachabwärts mehrere Fischteiche speist wird deutlich weshalb der Bach seinen Namen („Stein Au“) trägt. Der Bachgrund ist übersät von kleineren und größeren Findlingen an denen sich das Wasser bricht. Es ist malerisch anzusehen, wie das Gewässer hier durch einen Tunnel fließt, der von den weit herabhängenden Ästen der begleitenden Bäume gebildet wird.

In Hammer stürzt der Bach erneut über ein Wehr und passiert hier ein Mehrfamilien-Wohnhaus, das sich seit den 1960er Jahren an der Stelle der früheren Korkmühle befindet.
Nachdem die Steinau das bebaute Gebiet der Gemeinde Hammer verlassen hat, mündet sie nach einer Gesamtstrecke von ca. 6,5 Kilometern in den Elbe-Lübeck-Kanal. An dieser Stelle sind noch Reste der Steinburg (auch „Hammaburg“ genannt), einem slawischen Burgwall aus dem 7.-9. Jahrhundert, zu sehen.

Geflecktes Knabenkraut
Geflecktes Knabenkraut

Ökologie

Unter ökologischen Gesichtspunkten stellt die Steinau mit ihren Zuflüssen einen wichtigen Biotopverbund zwischen den Naturschutzgebieten Heevenbruch (Koberger Wald), Ritzerauer Hofsee und Duvenseebachniederung sowie Pantener Moorweiher und Umgebung dar. Mit Ihrem mäandrierenden Verlauf, zahlreichen Kiesbänken, freigespülten Erlenwurzeln am Ufer und abgebrochenen Kopfweiden bietet der Bach in den naturbelassenen Abschnitten ein kleinteiliges Mosaik von Lebensräumen für zahlreiche Tiere und Pflanzen.

Gebirgsstelze
Gebirgsstelze

Bei einem durchschnittlichen Gefälle von ca. zwei Promille ist die Fließgeschwindigkeit des Baches als moderat zu be- zeichnen. Die Wassertiefe misst in den naturnahen Bachab- schnitten nur wenige Dezime- ter, vor der ehemaligen Kork- mühle in Hammer beträgt sie dagegen ca. 2 Meter. Seit Ein- führung der Abwasserklärung hat sich die Wasserqualität der Steinau und damit das Unter- wasserleben deutlich verbes- sert.

Gelbe Teichrose
Gelbe Teichrose

Flora

Die Ufer des Baches werden über weite Strecken von Eschen, Erlen, Weiden und Kopfhainbuchen gesäumt. Während in den langsam fließenden Bachabschnitten bzw. Teichen Schilf, Sumpf- schwertlilien und Teichrosen charakterprägend sind, findet man diese Arten in den schneller fließenden Abschnitt nicht vor. Hier gibt es nur spärlichen Bewuchs von Unterwasserpflanzen. Überall an den Ufern mit seinen teilweise feuchten Wiesen findet man Wasserdost, Baldrian, Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Brunnenkresse und Mädesüß.

Fauna

Die verbesserte Wasserqualität hat dazu geführt, dass sich Fische wie Gründling, Bachschmerle und Steinbeißer wieder angesiedelt haben. Auch Insekten wie die Gebänderte Prachtlibelle und die Blauflügel Prachtlibelle haben sich wieder eingefunden.
Der Bach ist mit seinen unterschiedlichen Rahmenbedingungen Lebensraum für viele Arten von Larven sowie für Muscheln, Schnecke und Krebsen. Als Nahrungsgrundlage für die Fische, Vögel und Insekten gibt es eine große Anzahl von Steinfliegen-, Schlammfliegen-, Eintagsfliegen- und Köcherfliegenlarven.

Bachforelle
Bachforelle

Einige Fischarten wie z.B. die Bachforelle, aber auch das Flussneunauge wandern zum Laichen typischerweise bacha- ufwärts. Dies, wie auch eine Einwanderung von Fischen aus dem Elbe-Lübeck-Kanal in höhere Bachbereiche der Steinau wird in dem von uns betrachteten Gewässer jedoch unmöglich gemacht. Es gibt insgesamt 6 kleinere Staustufen sowie 2 Wehre im Bereich der früheren Mühlen. Bereits Stau- stufen in einem Höhenbereich von ca. 20 cm stellen ein unüberwindbares Hindernis für die meisten Fischarten dar.

Eisvogel
Eisvogel

Als typische Vögel eines naturnahen Bachsystems sind Eisvogel und Gebirgsstelze regelmäßige Brutvögel, wäh- rend Wasseramsel und Flussuferläufer die Steinau als Überwinterungsplatz nutzen. Weitere Vogelarten entlang des Gewässers sind Gänse- säger, Graureiher, Reiherente sowie Teich- und Sumpfrohr- sänger.

Fazit und Ausblick

Steinbeißer
Steinbeißer

Die Steinau hinterläßt ins- gesamt einen zwiespältigen Eindruck. Neben den Bach- abschnitten, die durch men- schlichen Eingriff stark in ihrem Charakter verändert wurden, gibt es sehr natürlich belas- sene Strecken, die einen wichtigen Lebensraum für verschiedene Pflanzen- und Tierarten darstellen. Es sollte versucht werden, den ge- samten Bachverlauf wieder naturnäher zu gestalten. Die wichtigsten Maßnahmen sind dabei Einrichtungen zum Überwinden der Staustufen und die Minimierung des Düngereintrags.
Unserem Verein ist es ein Anliegen, dass die Steinau in Ihren naturnahen Abschnitten unter Naturschutz gestellt wird. Mit der Initiierung einer ökologischen Bestandsaufnahme wollen wir hierfür einen ersten wichtigen Beitrag leisten.

 
 

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